Entwicklungspartnerschaften mit Verbänden

Exzellenz im Friseurhandwerk

Frau Heeder-Himmelreich (Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des Friseurhandwerks Hessen) sowie Frau Freigang-Bauer (RKW) und Frau Graf-Weber (IKK) stellten die Initiative "Exzellenz im Friseurhandwerk" vor (siehe Präsentation "Exzellenz im Friseurhandwerk" >>).

Dabei berichtete Frau Heeder-Himmelreich unter anderem über erste Erfolge der Initiative; so haben sich Nachfragen an den Verband wegen rechtlicher Probleme verringert, seitdem in Kooperation mit der IKK Seminare zum Thema "Konflikte im Salon vorbeugen und bewältigen" angeboten werden.

Diese Seminare leisten somit u.a. einen Beitrag zu weniger Stress bei Beschäftigten und Unternehmern. Die Initiative hat auch durch ihre umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit bei den Unternehmern einige Anfragen produziert. So wurde von den Mitgliedern des Verbandes unter anderem Interesse an einem Zertifikat "Exzellenter Friseurbetrieb" im Rahmen der Initiative geäußert.

Die Frage einer Teilnehmerin des Werkstattgesprächs, ob die Aktivitäten des Verbandes in Konkurrenz zu größeren Friseurketten stünden, wurde  verneint. Auch Unternehmer, die Filialen betreiben, beteiligen sich teilweise sehr aktiv im Verband und tragen die Initiative mit. Interesse bestand auch an Informationen, wie der Verband seine Aktivitäten über die Bundeslandsgrenzen verbreite oder ob die Bundesebene die Aktivitäten aufnehme. Bundesweite Aktivitäten im Rahmen der Initiative sind bereits erfolgt (z.B. bundesweite Messe oder Artikel in einer Fachzeitschrift).

Die weitere Vorgehensweise zur Verbreitung der Initiative über Hessen hinaus wird auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes im Juni besprochen. Ein weiterer Erfolg der Initiative liegt auch in der Öffnung der kooperierenden Berufsgenossenschaft für Themen jenseits des klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutzes bzw. der alleinigen Prävention von Berufskrankheiten.

Rationalisierung und Gesundheit

Die Initiative unter dem Motto "Rationalisierung und Gesundheit" beschäftigt sich damit, wie das Wissen und die Unterstützungsmöglichkeiten des RKW Kompetenzzentrums (der Bundesebene) zu diesem Thema noch stärker an die RKW Landesverbände transportiert werden können. Zudem soll ein Austausch zwischen den Landesverbänden angeregt werden, um von den guten Erfahrungen mit gesundheitsbezogenen Angeboten des jeweils anderen zu profitieren (siehe Präsentation "Rationalisierung und Gesundheit" >>).

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft wurde unter anderem das "RKW Kompakt", ein Informations- und Motivationsmedium für die RKW Landesverbände, entwickelt. Es kann auch als Beispiel für andere Organisationen dienen, die sich darum bemühen, innerhalb ihrer eigenen Organisation mehr Engagement für Gesundheitsthemen zu bewirken. Frau Amann betonte allerdings, dass den ausgesandten Dokumenten telefonische Gespräche folgen werden, um stärker auf das RKW Kompakt aufmerksam zu machen und das Informations- und Motivationsmedium ggf. zu modifizieren.

Mehrere Zuhörer äußerten Interesse daran, das "RKW Kompakt" zugeschickt zu bekommen, um auch in ihrer eigenen Organisation stärker dafür zu werben, dass Gesundheitsthemen in die Kammer- oder Verbandsarbeit integriert werden. Nach Ansicht von Frau Amann könnten auch die Arbeiten des RKW im Projekt "Gesund und Sicher Starten" (www.guss-net.de) für einige Teilnehmer brauchbar sein, die wie die RKW Landesverbände Existenzgründer beraten.

Eine Teilnehmerin berichtete in diesem Kontext auch von guten Erfahrungen mit Unternehmern, die nach der Existenzgründungsberatung selbständig Austauschgruppen mit anderen Existenzgründern organisierten und dabei auch Themen der Gesundheit aufgreifen.

Erfolgreich und gesund im Einzelhandel

Frau Kuchenbecker (RKW), Frau Lehmann (GfP – Gesellschaft für Personaldienstleistungen mbh, einer Einrichtung des Einzelhandelsverbandes Hessen Nord e. V.) und Herr Rentz (Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution) stellten das regionale Aktionsbündnis "Erfolgreich und gesund im Einzelhandel" vor (siehe Präsentation "Erfolgreich und gesund im Einzelhandel" >>)

Bisher wurden zwei sensibilisierende und motivierende Aktionstage zum Thema Gewaltprävention "Richtig vorbeugen und bewältigen – Raubüberfälle und Gewaltereignisse in Einzelhandelsgeschäften" durchgeführt. Im Zentrum dieser Aktionstage stand die Verhaltens- und Verhältnisprävention vor, während und nach Gewaltereignissen in Verbindung mit Raubdelikten und Ladendiebstahl.

Insgesamt nahmen 67 Einzelhändler/innen und deren Mitarbeiter/innen an den Aktionstagen teil. Sie interessierten sich auch für weitere Themen zur gesundheitlichen Prävention – insbesondere für das Thema Stressbewältigung. In Planung ist ein aktivierender Präventionstag im öffentlichen Raum (Einkaufspassage), bei dem sowohl die Einzelhändler wie auch ihre Kunden einbezogen werden und ein weiterer Aktionstag in einer Handelsschule, zu dem neben den Auszubildenden auch Unternehmer aus den ausbildenden Einzelhandelsbetrieben eingeladen werden.

Themen dieser Aktionstage sind

  • Stressmanagement: "Prima Klima – Stress- und Konfliktmanagement mit Mitarbeitern und Kunden" und
  • Ergonomie: "Heben – Tragen –Stehen – wie mache ich es richtig".


Zu allen Themenschwerpunkten des Aktionsbündnisses werden Faktenblätter erstellt, die über den HDE bundesweit vertrieben werden.

Die Frage, ob genderspezifische Aspekte in das Thema Gewaltprävention integriert werden, wurde verneint, da dieser Aspekt in Bedrohungssituationen kaum eine Rolle spielt. Kontrovers diskutiert wurde, ob durch die Einbeziehung der Kunden die eigentliche Zielgruppe von PräTrans, die Kleinst- und Kleinunternehmen, aus dem Auge verloren würde.

In diesem Zusammenhang wurde die Berücksichtigung der Kunden als zusätzliche Zielgruppe positiv herausgestellt, da über eine indirekte Kundenakquise vor allem auch Filialisten und Discounter für das Präventionsthema ansprechbar seien.

Professionelles Gastgewerbe

Herr Rainer Eierdanz, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (HOGA) Wiesbaden-Rheingau-Untertaunus, stellt die Entwicklungspartnerschaft "Erfolgreich und gesund – Professionelle Arbeit im Gastgewerbe" vor. Die Initiative ist ein breites Bündnis von regionalen Akteuren, die unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen beispielsweise in der Wirtschaftsförderung, der gastronomischen Betriebsführung, der Existenzgründung, der Gesundheitsförderung und des Arbeits- und Gesundheitsschutzes aufweisen.

Gemeinsames Ziel ist es, Klein- und Kleinstunternehmen im regionalen Gastgewerbe durch eine Vermittlung von Wissen und Beratungsangeboten fachlich (weiter) zu qualifizieren und wirtschaftlich zu stabilisieren. Auf diesem Wege können die psychischen und physischen Belastungen der Unternehmer/innen und der Mitarbeitenden gemindert werden (siehe Präsentation "Professionelles Gastgewerbe" >>)

Zentrale Herausforderung des Bündnisses ist die Erreichung der Zielgruppen, also kleiner und kleinster gastronomischer Betriebe in der Region auch über den Kreis der HOGA-Mitglieder hinaus. In Zusammenarbeit mit dem HOGA und der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Wiesbaden ist daher ein Modell der "Aufsuchenden Aktivierung" entwickelt worden.

Aus haushaltspolitischen Gründen kann dieses Modell derzeit nicht gefördert werden, so dass das Bündnis derzeit alternative Modelle für die Zielgruppenerreichung entwickelt. Dabei wird auch eine enge Kooperation mit der Qualifizierungsbeauftragten der Stadt Wiesbaden (im Rahmen der Qualifizierungsinitiative Hessen) geprüft.

In der Diskussion wurde die Frage aufgegriffen, wie in Anbetracht der hohen Fluktuation im Gastgewerbe die Klein- und Ein-Person-Unternehmen erreicht werden können. Hier könne beispielsweise eine Strategie erfolgreich sein, die bei der Existenzgründung ansetzt und auf Kontinuität und Vertrauen aufbaue.

Service

Leitfaden

Wichtige Ergebnisse und Handlungshilfen für Entscheider, Mitarbeiter, ehrenamtlich Tätige und Mitglieder von Kammern und Verbänden finden Sie hier.

Förderung