Entwicklungspartnerschaften mit Kammern

Die Sozialforschungsstelle Dortmund hat die von ihr betreuten Modellentwicklungen im Kammerbereich für das zweite Werkstattgespräch unter dem Leitaspekt "Kompetenzvermittlung für persönliches und betriebliches Gesundheitsmanagement" ausgewählt und in der Darstellung besonders akzentuiert.

Erfolgreich und Gesund im Ingenieurberuf

Herr Maylandt (Sozialforschungsstelle Dormund) und Frau Binnewies (Architektin und Beraterin) stellten die Modellentwicklung "Erfolgreich und Gesund im Ingenieurberuf" der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt (IK S-A) vor (siehe Präsentation "Erfolgreich und gesund im Ingenieurberuf" >>).

Die Entwicklungspartnerschaft verfolgt das Ziel, über mehrstufige modellhafte Aktivitäten (Mitgliederinformation, aktivierende Mitgliederbefragung, thematische Informationsbausteine auf der Kammerwebsite, Weiterbildungsangebote) Inhalte des beruflichen Gesundheitsmanagements nachhaltig in der Kammerarbeit zu verankern (siehe auch www.ing-net.de).

Den vorläufigen Abschluss der Entwicklungspartnerschaft bildete die Entwicklung und Erprobung einer Weiterbildungsveranstaltung "Konzentriert – gelassen – erfolgreich: Selbstmanagement und Stressbewältigung im Ingenieurberuf", die im Mittelpunkt der Präsentation stand.

Das Grundkonzept, Berufsfachliches mit Präventionswissen eng zu verknüpfen, hat sich dabei erneut bewährt, was sich nicht zuletzt am Interesse und an den positiven Bewertungen der Teilnehmenden zeigt. Die Veranstaltung soll künftig in ein Regelangebot der Kammer überführt werden. Konzeptionell wird der Schwerpunkt dann noch stärker auf Techniken des Zeitmanagements und der (Kurz-)Entspannung gelegt.

Durch Sponsoring der Techniker Krankenkasse konnte das Seminar zu günstigen Konditionen angeboten werden. Ob bei normaler Refinanzierung höhere Gebühren die Nachfrage negativ beeinflussen werden, ist noch unklar, aber nach Einschätzung der Projektbeteiligten eher unwahrscheinlich. Das Seminarkonzept sei grundsätzlich auch für andere Bereiche qualifizierter Dienstleistungen, nicht nur in Freien Berufen, gut geeignet.

Pragmatisches Gesundheitsmanagement im Apothekenalltag durch "kollegiale Beratung"

In diesem Modell, das von Herrn Dr. Pröll (sfs) vorgestellt wurde, strebt die Apothekerkammer Nordrhein an, Mitarbeiter/innen von Apotheken für eine Rolle als zusätzliche "interne Impulsgeber" für betriebliches Gesundheitsmanagement zu gewinnen und fortzubilden. Hintergrund sind strategische Überlegungen der Kammer unter dem umfassenden Leitbild "Zukunftsfähige Apotheke".

Gemeinsam mit haupt- und ehrenamtlichen Kammervertreter/innen und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat die Sozialforschungsstelle ein entsprechendes Handlungs- und Fortbildungskonzept unter dem Arbeitstitel "kollegiale Beratung" ausgearbeitet (siehe Präsentation "Pragmatisches Gesundheitsmanagement im Apothekenalltag" >>).

Ein wichtiger Meilenstein der Umsetzung ist die für November 2009 angesetzte Pilotveranstaltung zur Einstiegsfortbildung in das Modell. Das Curriculum wird neben Aspekten von Arbeitsschutz und Ergonomie besonderes Gewicht auf Basiskompetenzen im betrieblichen Stressmanagement und souveränes Handeln in der neuen, ungewohnten Rolle legen.

Die mit dem Modell verfolgte Grundidee stieß bei Vertretern anderer Modellentwicklungen und Einrichtungen auf reges Interesse. Es besteht das Bedürfnis nach einem engen Informations- und Erfahrungsaustausch über den weiteren Fortgang.

Curriculare Integration von betrieblichem Gesundheitsmanagement in einem IHK-Zertifikatslehrgang "Personalentwicklung in KMU"

Frau Ammon (Sozialforschungsstelle Dortmund) berichtete über eine von zwei PräTrans-Entwicklungslinien im IHK-Sektor. Dabei ist es gelungen, in das Curriculum eines bundeseinheitlichen IHK-Zertifikatslehrgangs der DIHK-Bildungs GmbH "Personalentwicklung in KMU" ein Modul "Humanressourcen und betriebliches Gesundheitsmanagement" systematisch einzubauen (siehe Präsentation "Curriculare Integration von betrieblichem Gesundheitsmanagement in einen IHK-Zertifikatslehrgang ‚Personalentwicklung in KMU’" >>).

Ziel des Moduls ist, die vielfältigen Schnittstellen eines modernen, pragmatischen und KMU-tauglichen Gesundheitsmanagements mit einer nachhaltigen Personalentwicklung sichtbar und handhabbar zu machen (z.B. über Themen wie Work-Life-Balance, Stressmanagement oder Führung/Selbstführung).

Wie sich dieses seit Anfang 2009 auf dem internen Markt des IHK-Bildungssystems angebotene Konzept bewähren wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Eine Zwischenbilanz ist Ende 2009 vorgesehen. Aus dem Kreis der Teilnehmenden wurde darauf hingewiesen, dass vor allem im Segment der nicht zertifizierten Fort- und Weiterbildung zusätzlich zum Programm der Bildungs-GmbH auch IHK-Bildungszentren und örtliche IHKs eigene Angebote in Kooperation mit privaten Bildungsträgern auflegen.

Service

Leitfaden

Wichtige Ergebnisse und Handlungshilfen für Entscheider, Mitarbeiter, ehrenamtlich Tätige und Mitglieder von Kammern und Verbänden finden Sie hier.

Förderung